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SCHWARZTEE - Anbaugebiete

1. Indien 

 
 
Indien ist seiner Grundfläche nach der siebtgrößte Staat der Erde und grenzt an Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Myanmar (vormals Burma) und Bangladesch.Neben den weltbekannten Qualitäten aus Darjeeling und Assam liefert Indien u.a. auch hervorragende Tees aus Sikkim, Dooars, Terai und Nilgiri. Tees aus den Höhenlagen Sikkims ähneln denen aus Darjeeling, haben aber eine noch weichere Tasse. Westlich von Assam ist Dooars gelegen. Hier werden orthodoxe Qualitäten produziert, die von ihrem Charakter her blumiger und weniger herb sind, als ihre Nachbarn aus Assam. Terai ist ein Anbaugebiet am Fuße des Himalayas. Hier werden in ca. 600 m Höhe Tees kultiviert, die geschmacklich zwischen Assam und Darjeeling liegen. In den Teegärten des südindischen Teedistriktes Nilgiri wachsen auf diversen Bergzügen fein-spritzige Tees, die an hochwertige Ceylon Qualitäten erinnern.
Anbaugebiet Darjeeling

Darjeeling - Gehört zweifelsohne zu den renommiertesten Teeanbaugebieten. An den Südhängen des Himalayas auf einer Höhe von bis zu 2.500 m produzieren über 80 Plantagen die weltweit edelsten Sorten.

Haupterntezeiten

März – Mai first flush. Zum Frühjahrsbeginn, nach der vegetativen Winterpause, werden die ersten zarten Teetriebe geerntet. Guter first flush zeichnet sich durch eine hellgelbe bis honigfarbene Tasse, einen spritzig-frischen, lebhaften Charakter und einen lieblich-blumigen Duft aus. Spitzenqualitäten besitzen zudem einen Hauch „Muskatel-Aroma“.

Mai – Juni inbetween. Am Ende der first flush-Ernte enstehen gereiftere Qualitäten mit ersten Anzeichen der darauffolgenden second flush-Tees. Blatt und Infusion sind bereits dunkler und die Geschmacksvielfalt reicht von vollmundig bis leicht würzig.

Juni – Juli second flush. In der Sommerernte am Saisonhöhepunkt entwickeln die Teebüsche dank intensiver und längerer Sonneneinstrahlung Kraft und Aroma. Hauptmerkmale sind ein dunkelbraunes bis schwarzes Blatt mit silbrigen oder goldbraunen Tips, eine bernsteinfarbene Tasse und ein aromatisch-würziger Geschmack. Topqualitäten weisen ebenfalls eine ausgeprägte „Muskatel-Note“ auf.

Oktober – November. autumnal. Nach diversen Regenphasen im Spätsommer bis hin zur vegetativen Winterpause im November gedeihen nochmals aromatische, aber eher milde Tees.

Anbaugebiet Assam

Assam ist eine Provinz im Nordosten Indiens mit tropischem Klima. Geografisch von Bangladesh, Burma, Bhutan, Tibet und China umgeben, besteht lediglich im Nord-westen, durch einen schma len Gebietsstreifen, eine Verbindung mit dem Mutterland Indien. Dieses größte zusammenhängende Tee-Anbaugebiet der Welt bringt etwa die Hälfte der indischen Teeproduktion hervor. Die kräftigen und würzigen Tees vertragen sich auch mit hartem (kalkhaltigem) Wasser und bilden die Basis für zahlreiche klassische Schwarz-Tee-Mischungen. Teebüsche werden hier in Teegärten mit bis zu 1.000 Hektar großen Anbauflächen kultiviert. Heute zählt man in Assam ca. 2.000 Plantagen.

Assam Haupterntezeiten

Mitte April – Ende Mai first flush. Diese Qualitäten sind von eher geringer wirtschaftlicher Bedeutung für den europäischen Markt. Die Tees sind meist aromatisch-frisch, hell-abgießend und von eher herbem Charakter und entsprechen daher nicht dem traditionellen Assam-Charakter.

Anfang Juni –  Mitte August second flush. Assam Tees aus der zweiten Pflückungsperiode sind von größter Relevanz hinsichtlich Güte und Exportgeschäft. Diese Qualitäten sind oft sehr „bunt“ (hoher Anteil von Tips), gießen meist sehr dunkel ab und sind typisch kräftig, voll-würzig, nicht selten von malzartigem Charakter.  

2. Ceylon

Ceylon Tees bieten dem Teekenner  ein breites Spektrum unterschiedlichster Geschmacks richtungen: Angenehm herbe, hochwertige Tees aus dem südöstlichen UVA-Distrikt, köstliche und goldfarbene Tees aus dem westlichen Dimbula-Distrikt sowie hocharomatische und gold-gelb abgießende Tees aus den 2.000 m hohen Bergen um Nuwara Eliya. Aus dem Flachland stammen die kräftig-dunkel ziehenden Lowgrown-Qualitäten. Traditionell erfreuen sich Ceylon Tees besonders in Ost- europa und im Nahen und Mittleren Osten sehr großer Beliebtheit. Ceylon (seit 1972 in Sri Lanka umbenannt) wurde in seiner kulturellen, als auch wirtschaftlichen Entwicklung vor allem durch den Einfluss der Kolonial- macht England stark geprägt. Aufgrund der unterschiedlichen geografischen Lagen unterscheidet man hier nicht nur die Anbaugebiete, sondern auch die Anbauhöhen:

Lowgrown: 0 – 550 m

Mediumgrown: 550 – 1.050 m

Highgrown: 1.050 – 2.250 m

3. China

China. Das Reich der Mitte wird allgemein als das Mutterland des Tees angesehen. Innerhalb des ehemaligen Kaiser-reichs gilt die Provinz Yunnan als die Geburtsstätte des Tees. Der größte Tee-produzierende Staat dieser Erde ist gleichzeitig auch eines der faszinierendsten Teeanbauländer. Aus den vielen Bergprovinzen Zentral- und Südchinas kommen diverse grüne und schwarze Sorten, wie z.B. Chun Mee, Gunpowder, Jasmin, Keemun, Lapsang Souchong, Lichee, Rose Congou sowie Yunnan.

Zu den klassischen und bedeutendsten Teeanbaugebieten gehören die Provinz Zhejiang im Südosten des Landes, berühmt für ihren Gunpowder „Temple of Heaven“, und die südwestlich von Zhejiang gelegene Provinz Fujian. Letztere gilt als Heimat der traditionellen chinesischen Jasmintee-Kultur. Neben diesen bekannten Sorten aus Anbaugebieten wie Zhejiang, Anhui, Yunnan, Fujian und Jianxi, erfreuen uns auch viele Kleinbauern und Familienbetriebe wieder mit ihren exquisiten Spezialitäten, die nach der Öffnung Chinas zum Westen ihren Weg zu uns finden!

Eine Besonderheit der chinesischen Tees ist, dass sie nicht, wie z.B. Darjeeling oder Assam, unter Gartennamen verkauft werden, sondern ihnen oft phantasievolle, blumige Namen gegeben werden, die das besondere Aus-sehen oder den ursprünglichen Anbauort beschreiben: Chun Mee wird als „wertvolle Augenbraue“ benannt, Lung Ching bedeutet „Drachenbrunnen“.

Aromatisierung Schwarztee

Die große Revolution haben die aromatisierten Schwarztees Ende der 70er Jahre erfahren. Gab es doch damals kaum einen Heranwachsenden, der nicht in seinem in Brauntönen tapezierten Jugendzimmer bei Kerzenschein und Räucherstäbchen Wildkirsch- und Vanille-Tee getrunken und weltverbessernde Gespräche geführt hat. Heute findet diese Produktgattung eine ganz andere Positionierung. Eine äußerst abwechslungsreiche Aromenvielfalt, animiert durch den Einsatz vieler Fruchtstücke, Blüten oder Gewürze, wird mit einer fein abgestimmten Basis verbunden.

Die herben, vollfruchtigen oder intensiven Aromen werden zumeist auf milde China- und kräftig-würzige Ceylontees abgestimmt. Die leichteren, sanfteren Aromenkompositionen unterstützen wir durch eine elegante Auswahl leichterer Basen. So wählen wir dafür gern einen weichen Oolongtee, fein-milden Keemuntee oder aromatischen, süßlich-erdigen Yunnantee.

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